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1989 waren in der Industrie mehr als 30% aller Werktätigen Warschaus beschäftigt, heute liegt diese Zahl bei ca. 18%. Die Einführung der Marktwirtschaft war ein tiefer ökonomischer Schock für die Industrie Warschaus, sowohl in Hinsicht auf den Verlust der bisherigen Exportmärkte, als auch was die plötzlich notwendige Umorientierung auf neue Produkte in der Produktion betrifft. Hinzu kam eine extrem hohe Abwanderung an Arbeitskräften in nichtindustrielle Branchen.
Ökonomisch interessant ist, dass 37,9% der Fläche der zentralen Warschauer Gemeinde Centrum Industrie- und Gewerbegebiete sind. Das stellt eine Konzentration an Industrieflächen und Gewerberäumen dar, die in den innerstädtischen Gebieten Westeuropas nicht zu finden ist. Dieses Erbe der kommunistischen Stadtplanung könnte nun sogar zu einem Standortvorteil für die Industrie werden: die vorzüglichen zentralen Standorte bieten Platz und beste Bedingungen für Investitionen.
Die Anzahl der staatlichen Unternehmen nimmt stetig ab. Dagegen wächst ständig die Anzahl der Unternehmen mit ausländischer Kapitalbeteiligung. Die größten ausländischen Investoren sind Pepsico Corporation, die 70% der Anteile an der Wedel Konditorwarenfabrik besitzt, dann die italienische Lucchini Gruppe, die die Warschauer Hütte gekauft hat und schließlich Daewoo, das südkoreanische Unternehmen, das eine gemeinsame Gesellschaft mit dem polnischen Autokonzern FSO, einem der größten Unternehmen in Polen, gegründet hat. Jedoch gibt es noch immer bedeutende Unternehmen, die noch nicht privatisiert wurden, zum Beispiel im Maschinenbau und in der Elektronikindustrie.
Von Interesse dürfte auch sein, dass Warschau in Polen die höchste Konzentration an Firmen aus der Elektronikbranche und der Präzisionsindustrie vorweisen kann.
Desweiteren begünstigt der fortwährend wachsende Konsumgütermarkt das Wachstum der Lebensmittel verarbeitenden Industrie.
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